„Brasilien gehört für die deutsche Industrie gegenwärtig zu den interessantesten Märkten weltweit.“

Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Keitel - ehem. Präsident des BDI

Wirtschaft Brasiliens

Brasilien ist nicht nur flächen- und bevölkerungsmäßig eines der größten Länder der Erde. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von ca. 2244 Mrd. US$ (2014) ist es die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt und zählt zu den BRICS-Staaten, einer Gruppe aufstrebender Schwellenländern. Das Pro-Kopf-Einkommen lag 2014 bei knapp 11.000 US$ und war damit das dritthöchste Südamerikas hinter Chile und Argentinien.

Brasilien besticht durch einen starken Binnenmarkt, der seit einigen Jahren die Antriebskraft der brasilianischen Wirtschaft ist. Die knapp über 200 Millionen Brasilianerinnen und Brasilianer, von denen ca. 24% unter 15 Jahre alt sind und zur jungen Bevölkerungsstruktur beitragen, spielen dabei eine bedeutende Rolle für die wirtschaftliche Dynamik

Die Wirtschaftsstrukturen Brasiliens sind zu einem relativ hohen Grad diversifiziert. So entfallen ca. 69% der Bruttowertschöpfung auf den Dienstleistungssektor, 25% auf die Industrie und ca. 6% auf die Agrarwirtschaft, wobei die Agrarindustrie eine zentralere Bedeutung für die Wirtschaft Brasiliens besitzt, als diese Zahlen vermuten lassen. Aufgrund der steigenden Rohstoffpreise kam es im vergangenen Jahrzehnt zu einer starken Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion und Investitionen im Agrobusiness.

Das große wirtschaftliche Potential, der starke Binnenmarkt, die differenzierte Wirtschaftsstruktur und die seit über 20 Jahren stabile Demokratie machen Brasilien zu einem interessanten Investitionsland. Ausländische Direktinvestitionen wurden in Brasilien im Jahr 2014 in der Höhe von 64 Mrd. US$ getätigt. 2013 lag Brasilien im Ranking der beliebtesten Investitionsländer an 5. Stelle weltweit und an 3. Stelle unter den Schwellenländern (hinter China und Russland).

Die wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens in den letzten Jahren

Höhere Realeinkommen und gestiegene Beschäftigung führten in den vergangenen Jahren in einer Kombination mit einem leichteren Zugang zu Verbraucherkrediten zu einer zunehmenden Kaufkraft, die die Binnennachfrage ansteigen und die Wirtschaft wachsen ließ. Darüber hinaus blühte die exportorientierte Agrar- und Rohstoffindustrie aufgrund von weltweit steigenden Rohstoffpreisen auf und förderte das Wachstum zusätzlich.

Neben dem Arbeitsmarkt entwickelte sich die UnternehmerInnenlandschaft ebenfalls dynamisch in den letzten Jahren. Von 2011 bis 2014 wurden ca. 25% der heute existierenden Unternehmen neu gegründet. Auf diese Unternehmen entfallen rund 29% aller Beschäftigten. Die Hälfte aller Beschäftigten ist in der Südost-Region Brasiliens konzentriert und erwirtschaftet dort ca. 60% der Wertschöpfung der Industrie. Im Süden des Landes befinden sich weitere 25% der Beschäftigten mit einem Wertschöpfungsanteil von 22%.